Vogelschlag
Unter Vogelschlag sind Kollisionen zwischen Flugzeugen und Vögeln zu verstehen, die insbesondere in der Start- und Landephase ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Dabei hängt der potentielle Schaden vom Gewicht und im Fall von Vogelschwärmen der Anzahl der Vögel ab.
Der Flughafen besitzt die größte, zusammenhängende Grünfläche in Hamburg. Diese hat eine sehr hohe Attraktivität für Vögel, da hier zu jeder Jahreszeit ein gutes Nahrungsangebot und Ruhe zum Rasten herrscht. Hamburg befindet sich außerdem im Einzugsbereich zweier Vogelzugrouten, so dass dadurch ständig eine relativ große Vogelzahl vor Ort ist. Das kann im Luftverkehr ein Risiko darstellen.

Für die Vogelschlagproblematik am Flughafen Hamburg spielen vor allem folgende Vogelarten eine Rolle: Mäusebussard, Turmfalke, Kiebitz, Graureiher, Tauben und verschiedene Möwen- und Krähenarten.
Möwen halten sich normalerweise nur bei schlechtem Wetter auf dem Flughafengelände auf - insgesamt 29% aller am Flughafen auftretenden Vogelschläge gehen auf Kollisionen mit ihnen zurück.
Der Anteil der durch Bussarde verursachten Vogelschläge fällt mit 5,3% wesentlich geringer aus; obwohl diese Art aufgrund des guten Nahrungsangebotes (Kleinsäuger, Reptilien, aber auch Aas und Kleinvögel) ebenfalls häufig auf dem Flughafen anzutreffen ist.
Durch Krähen werden ca. 4,4% aller Vogelschläge verursacht. Diese Vogelart brütet meist in großen Kolonien auch in unmittelbarer Nähe des Flughafens. Jungtiere nutzen das offene Gelände oft für erste Flugversuche. Ihre Unerfahrenheit stellt somit ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für den Flugverkehr dar.

Der Flughafen berücksichtigt bei der Pflege seiner Grünflächen zwei Aspekte:
1. Erhalt eines möglichst naturnahen Zustandes
2. Minimierung des Vogelschlagrisikos
Beides gleichzeitig zu realisieren, ist möglich:
Verzicht auf Düngung!
Das fördert den Erhalt ökologisch wertvoller Magerstandorte und verringert durch die Verknappung des Nahrungsangebotes die Attraktivität der Flächen für Vögel.
Langgrasbewirtschaftung minimiert den Eingriff in die Betriebsflächen und verringert zusätzlich die Anzahl der Vögel!
Vögel ziehen für Brut und Nahrungssuche offen einsehbare Flächen mit niedrigem Vegetationsstand vor.
Abspannung von Wasserflächen durch große Netze!
Dies macht das Flughafengelände für Wasservögel unattraktiv.
Mit den beispielhaft aufgeführten Maßnahmen stellt der Flughafen sicher, dass seine Grünflächen auch weiterhin einen möglichst natürlichen Zustand behalten und als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten dienen.
Die ökologisch orientierten Maßnahmen im Bereich des Vogelschlages führten dazu, dass die Anzahl der Vogelschläge gegenüber der früheren Situation deutlich reduziert werden konnte.
